Feng Shui vereitelt Ausstellung in Hongkong

27.04.2009. Krone.at berichtet über eine abgesagte Holzschuh-Ausstellung in Hongkong. Die Verantwortlichen vor Ort hatten den Event im letzten Moment aus “Feng-Shui-Gründen” abgeblasen.

Der Grund für die kurzfristige Absage der Ausstellung von Seiten des “Cheung Kong Centers”: Das chinesische Wort für Holzschuh lautet “hai” und dies ist gleichzeitig ein Verzweiflungsseufzer. Da dies dem Feng Shui widerspricht und deshalb Unglück bringt, haben die Verantwortlichen die Show abgeblasen.

Feng Shui ist eine alte chinesische Lehre, die für die positive Energie und Glück im Leben verantwortlich ist. Besonders in Hongkong glauben die Menschen fest an diese Philosophie.

Mit Feng Shui hat das Ganze allerdings nur sehr bedingt zu tun. Denn dass das Wort “hai” im Chinesischen einem Verzweiflungsseufzer gleicht und daher schlechtes Feng Shui verheißt, fällt in die selbe Kategorie wie der in Feng-Shui-Kreisen immer wieder zu hörende Aberglaube, dass die Zahl 4 (etwa als Hausnummer) Unglück bringt. Der Grund: Auf Chinesisch (genauer: in einem bestimmten Dialekt) klingen die Worte “Vier” und “Tod” sehr ähnlich.
Im klassischen Feng Shui steht die 4 hingegen für Yin Holz. Im Fliegende-Sterne-Feng-Shui ist sie der sogenannte “akademische und romantische Stern” und verheißt häufig besonders gute Erfolge auf diesen beiden Gebieten.

Nichtsdestotrotz kann auch (Aber)Glaube allein bekanntlich Berge versetzen. Der österreichische Feng-Shui-Berater Günter Sator verwies im Zusammenhang mit dem Thema “Die Vier im Feng Shui” bereits vor einiger Zeit auf eine interessante Studie der University of California in San Diego. Die Wissenschaftler untersuchten 47 Millionen Datensätze des amerikanischen Sterberegisters und fanden zu ihrem Erstaunen heraus, dass die Sterberate beim asiatischen Bevölkerungsanteil um den 4. eines Monats erheblich anstieg:

Die Häufigkeit von Herztoden beim asiatischen Bevölkerungsanteil der USA stieg am und um den 4. eines Monats um etwa 13 Prozent, in Kalifornien sogar auf bis zu 27 Prozent.
Die amerikanischen Wissenschaftler tauften dies “Hund von Baskerville-Effekt”, nach dem Sherlock-Holmes-Roman von Arthur Conan Doyle, in dem der Protagonist Charles Baskerville vor Angst einen Herztod erleidet. Ferner überzeugte die Forscher der Vergleich mit dem nicht-asiatischen Bevölkerungsanteil. Dort war überhaupt keine Zunahme an Todesfällen zu verzeichnen, nicht mal bei der in der westlichen Kultur häufig negativ behafteten Zahl 13.

Fazit: Wenn irgend etwas aus Asien kommt und unter dem Namen “Feng Shui” firmiert, sollte es deswegen noch lange nicht bedenkenlos übernommen werden.

Falls Ihr (nicht-chinesischer) Feng-Shui-Berater also beim nächsten Besuch einen roten Kreis um die Hausnummer 4 an Ihrer Tür ziehen will oder beim Anblick von ein paar harmlosen Holzschuhen Kopfschmerzen erleidet, wissen Sie, was Sie davon zu halten haben. ;-)

Den vollständigen Bericht von krone.at finden Sie HIER.

Den vollständigen Artikel von Günter Sator können Sie HIER lesen.

Literatur Tipp:

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Kommentare

Hallo liebe Redaktion,

habe soeben erst entdeckt, dass ihr bereits heute Nacht über die vereitelte Holzschuhausstellung berichtet habt. Dabei bin ich heute Morgen extra früh aufgestanden, um der erste zu sein in der “Feng Shui Blogosphäre”, der über dieses recht unterhaltsame Thema berichtet ;)

Finde sehr schön, was ihr aus dem Thema gemacht habt. Das mit der Zahl 4 habe ich auch nocht nicht gewusst… Da frage ich mich am Ende natürlich, ob man noch über das Thema Sinn und Unsinn von Aberglauben/Glauben diskutieren muss, wenn aus rein wissenschaftlicher Sicht klar ist, dass es offensichtlich einen messbaren Effekt hat…

Viele Grüße aus Berlin
Long Wang

Hallo Long Wang,

vielen Dank für das Kompliment. :-)

Ich stimme Dir zu, die Kraft der (Auto)Suggestion sollte niemand unterschätzen.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir wollten hier nicht den Eindruck erwecken, dass es sich bei Feng Shui um Aberglauben handelt, der trotzdem wirkt. :-) Grundlegende Feng-Shui-Prinzipien funktionieren unserer Erfahrung nach auch ohne den Glauben daran.

Wie die o.g. Beispiele zeigen, ist Feng Shui allerdings nicht frei von Aberglauben. Ich finde, dies sollte uns jedoch nicht abschrecken, sondern dazu animieren, “Wissen”, egal aus welcher Quelle es stammt, stets zu hinterfragen.

Viele Grüße,
Lara – Redaktion feng-shui.net

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