Die Ba Zhai Methode

Acht Häuser Schule

kirschblueteBa Zhai (Ba = Acht, Zhai = Häuser/Positionierungen, auch Pa Chai geschrieben) gehört zum klassischen Feng Shui und zählt in Asien zu den populärsten Feng-Shui-Methoden. Auch hierzulande erfreut sich Ba Zhai großer Beliebtheit. Es gibt daher wohl kaum einen Berater, der es bei seinen Analysen nicht in Betracht zieht.

Im Westen ist Ba Zhai auch unter dem Namen Ost-West-System oder Acht-Häuser-Schule bekannt.

Das Hauptthema des Ba Zhai sind die acht Himmelsrichtungen (N, NO, O, SO, S, SW, W, NW), die durch die  acht Trigramme (Kan, Gen, Zhen, Xun, Li, Kun, Dui, Qian) repräsentiert werden. Jede Himmelsrichtung hat auf einen Menschen und seine jeweilige häusliche Umgebung eine spezifische Wirkung.

Will ein Feng-Shui-Praktiker eine Wohnsituation mit Hilfe von Ba Zhai beurteilen, benötigt er im Wesentlichen zwei Komponenten: Die Ming-Guas (Lebens-Trigramme) der Bewohner, die sich aus dem jeweiligen Geburtsdatum errechnen lassen und das Haus-Gua (Haus-Trigramm, chin. Zhai Gua), das sich aus der Ausrichtung der Haupteingangstüre (“Atemrichtung des Hauses”) oder dem “Sitz” des Hauses ableitet.

Sowohl Lebens- als auch Haus-Trigramme werden im Ba Zhai in zwei Gruppen unterteilt. Die beiden Gruppen verhalten sich diametral zueinander. Sie werden als Ost-Gruppe (Trigramme Zhen, Kan,  Xun und Li) und West-Gruppe (Trigramme Kun, Gen, Qian und Dui) bezeichnet.
Abhängig von der jeweiligen Gruppenzugehörigkeit gibt es für jeden Menschen vier günstige sowie vier ungünstige Richtungen. In jedem Gebäude gibt es vier günstige und vier ungünstige Orte.
Im Idealfall sollten Mensch und Gebäude zueinander passen, d.h. der gleichen Gruppe angehören.

Richtungen werden bei dieser Methode stets vom Haus aus gesehen (vom Gebäudeinneren nach draußen) bestimmt. Will der Praktiker die ortsgebundenen Eigenschaften eines Gebäudes bestimmen, kann er nach dem Ausmessen der Gebäude-Ausrichtung den Grundriss des Objekts in ein Diagramm mit neun Rechtecken (ähnlich wie bei der BaGua-Methode) unterteilen und die acht, das Zentrum umgebenden Orte innerhalb des Gebäudes entsprechend zuordnen.

Ba Zhai wird aufgrund seiner eher statischen Form besonders von Praktikern der Fliegenden Sterne oftmals als zu vereinfachend verkannt. Man sollte jedoch bedenken, dass es sich lediglich um eine der Methoden handelt, mittels derer das Feng Shui eines Gebäudes analysiert werden kann.
Ein Vorteil ist die leichte Erlernbarkeit. So kann auch ein Laie mithilfe der nötigen Formeln seine Gruppenzugehörigkeit errechnen und die Ergebnisse z.B. bei der Wahl seiner Schlafrichtung berücksichtigen.

Wie Sie Ihr Ming-Gua und damit verbundenen günstigen Richtungen errechnen können, erfahren Sie HIER.

Die Wurzeln des Ba Zhai reichen bis in die Tang-Dynastie (618-906). Das berühmteste Werk zum Thema, Bazhai Ming Jing (= der helle Spiegel der acht Positionierungen), stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es hat allerdings nur in Form von unterschiedlichen schriftlichen Kopien überlebt. Der Originaltext  ist leider nicht mehr erhalten.
Dies hat dazu geführt, dass sich zwei Unterschulen entwickelt haben, die von zwei verschiedenen Grundannahmen ausgehen. Eine Schule berücksichtigt bei der Berechnung des Haus-Guas die Vorderseite des Hauses oder die Türseite (“Atemrichtung” des Hauses), wohingegen eine andere Schule die Rückseite des Hauses (“Sitz” des Hauses) für maßgeblich hält. (Bei der Berechnung der Lebens-Guas sowie den zugehörigen Richtungen sind sich die Unterschulen einig.)

Erweiteres Ba Zhai

Beim erweiterten Ba Zhai (“advanced eight house feng shui”) handelt es sich um eine Verfeinerung der Ba-Zhai-Methode, bei der die acht Himmelsrichtungen nochmals in je drei Unterabschnitte unterteilt werden. Insgesamt stehen damit 24 (8×3) Richtungen zur Verfügung, die je nach Lebens- und/oder Haus-Gua unterschiedlich bewertet werden.

Literatur Tipp:

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