Gartengestaltung im Feng Shui

Garten und Haus – ein “Feng-Shui-Gesamtpaket”

Ausblick japanischer GartenDer Feng-Shui-Garten als in sich geschlossene Einheit, die unabhängig vom zugehörigen Haus und der näheren Umgebung analysiert und geformt wird? Funktioniert das? Jürgen Schnitzler, Master of Feng Shui FSRC, hegt Zweifel. Ein Garten, so der Experte, ist aus Feng-Shui-Sicht eine Erweiterung des Hauses und sollte daher auch entsprechend gestaltet werden.

Optimieren Sie Ihr Umgebungs-Qi!

Ein Artikel von Jürgen Schnitzler, Master of Feng Shui FSRC

Vor ein paar Tagen bat mich eine liebe Kollegin, doch einmal einen Artikel über Gartengestaltung im Feng Shui zu schreiben. Ich habe gerne ja dazu gesagt, aber bei näherer Betrachtung stellte sich diese Zusage doch als größere Herausforderung heraus, als ich gedacht hatte. Es gibt nämlich keine tollen Standard-Ideen für Ihren Garten. Wieso das, wo es doch so viele Garten-Feng-Shui-Bücher gibt, in denen alles so schön klar und einfach beschrieben ist?

Ganz einfach, es liegt daran, dass in diesen Büchern der Garten losgelöst vom Haus betrachtet wird. Der Garten als eigenes kleines Universum, welches dann auch als abgeschlossene Einheit betrachtet wird. Eine kleine Welt für sich also, die, glaubt man diesen Büchern, alleine für sich steht und anscheinend völlig autonom und ohne Interaktion mit der Umgebung funktioniert.
Aber genauso, wie wir als Menschen nicht Nicht-kommunizieren können, ist auch ein Garten nicht auf sich alleine gestellt und reagiert immer sowohl mit seiner Umwelt als auch auf seine Umwelt.

Im Feng Shui heißt es “das Qi kommt aus den 8 Richtungen zum Haus” und “äußeres Qi wird geleitet von Formen, während inneres Qi dementsprechend entsteht”. Was sagt uns das? Zum einen natürlich, dass das Qi von überall her zum Haus kommt. Zum anderen aber auch, dass das Qi auf seinem Weg zum Haus schon mit der Umgebung eine Wechselwirkung hat, diese zum Haus bringt und im Haus (bei den Bewohnern) irgendeine Reaktion darauf erfolgt.
Stellen Sie sich einfach einmal vor, dass Sie die Haustür oder ein Fenster öffnen und den leckeren Duft der nahegelegenen Bäckerei riechen. Das bewirkt eine ganz bestimmte Reaktion in Ihnen, vermutlich eher positiv – auf unterbewusster Ebene. Stellen Sie sich jetzt vor, Sie öffnen die Haustür und riechen den fauligen Geruch von Mülltonnen – das löst doch ganz andere Gefühle aus, nicht wahr?
Worauf will ich hinaus? Kein Mensch ist eine Insel und auch kein Haus. Alles und jedes steht in ständiger Wechselwirkung mit der Umwelt. Häuser sind da keine Ausnahme.

Bei allen Feng-Shui-Methoden spielt es immer eine große Rolle, welche Merkmale und Objekte sich wo in welcher Menge oder Ausprägung in der näheren und weiteren Umgebung des Hauses befinden. Haben wir einen Berg, einen dichten Wald oder ein großes Nachbarhaus in der Umgebung? Gibt es Straßen, Gassen, Autobahnen, Eisenbahnen, Bäche, Seen oder Flüsse? Gibt es Nachbarn? Wenn ja, in welcher Entfernung? Was für Pflanzen wachsen in welcher Richtung und in welchem Zustand sind diese? Haben wir hässliche oder kaputte Objekte in Sichtweite, wie Bauruinen, tote Bäume, Abwasserkanäle oder ähnliches? Je nachdem, was wir wo in welcher Ausprägung finden, hat dies eine direkte, mehr oder weniger starke Wirkung auf das Feng Shui des betreffenden Hauses.

Sie ahnen sicher schon worauf ich hinaus will:
Wenn die Umgebung eine direkte Wirkung auf ein Haus hat, dann finden sich im zugehörigen Garten die einfachsten und naheliegendsten Möglichkeiten, das Umgebungs-Qi des Hauses zu optimieren. Die Frage bei einer Gartengestaltung nach Feng Shui lautet also immer: “Welche Arten von Qi kann ich in welcher Himmelsrichtung, vom Haus aus gesehen(!), am besten gebrauchen und wie kriege ich die da hin?”
Abhängig von einer grundlegenden Feng-Shui-Analyse des Hauses, mit Trigrammen, Fliegenden Sternen und Form-Analyse, ergeben sich für jede Himmelsrichtung ganz bestimmte Qi-Kombinationen, die entweder unterstützt oder geschwächt werden sollten. Diese Qi-Kombinationen sind dabei mehr oder weniger unabhängig vom Grund-Qi der jeweiligen Himmelsrichtung. Der Norden beispielsweise braucht also nicht etwa prinzipiell das Element Wasser (wie so oft fälschlich behauptet), sondern kann, je nach Einzelfall, auch für jedes der anderen Elemente in Frage kommen. Danach richtet sich dann die Gartengestaltung.

Ein auf der Basis dieser Betrachtung angelegter Garten kann dabei helfen, die Energien des Hauses besser in Schwung zu bringen oder auch bestehende Schwächen abzumildern und aufzupäppeln. Günstige Faktoren in der richtigen Himmelsrichtung halten die Gesundheit und die Finanzen in einem besseren Zustand und verbessern auch den Umgang mit unseren Mitmenschen.
Brauche ich also das Element Feuer in einer bestimmten Himmelsrichtung, ist das z.B. eine gute Gegend für rotblühende Pflanzen oder einen Grillplatz, Metall wird durch Gartengeräte unterstützt, Wasser durch einen Teich oder Springbrunnen etc.

Ein Garten ist folglich kein für sich alleine stehender Spielplatz zum sinnfreien Austoben von Feng-Shui-Ideen, wie es im Allgemeinen so oft missverstanden wird. Er ist eine Erweiterung des Hauses. Als solche Erweiterung hat er direkten Einfluss auf das Qi des Hauses und das Wohlergehen der Bewohner. Lassen Sie diese Chance nicht ungenutzt und fragen Sie Ihren Feng-Shui-Berater bei der Beratung Ihres Hauses immer auch nach Optimierungsvorschlägen für Ihren Garten!

Jürgen SchnitzlerJürgen Schnitzler ist ein persönlicher Schüler des international bekannten und geachteten Feng Shui Meisters Joseph Yu und gemeinsam mit Robert Schmitz (Berlin) dessen offizieller Repräsentant für Deutschland.
Schon in seiner Jugend befasste sich Jürgen Schnitzler eingehend mit der chinesischen Kultur und Philosophie. Zuerst über die Kampfkunst – er hat einen Meistergrad im Shaolin Kung Fu – später dann über seinen Beruf als Heilpraktiker. Hier arbeitete er vorwiegend mit manuellen Therapien und Akupunktur, wobei er das Glück hatte, speziell im Bereich der traditionellen chinesischen Heilmethoden auch immer authentische chinesische Lehrer zu finden. Über die Akupunktur fand er schließlich zu Feng Shui.
Heute ist Jürgen Schnitzler selbst keine unbekannte Größe mehr. Seit mehreren Jahren veranstaltet er eigene Feng-Shui-Kurse und berät Privatkunden und Firmen in ganz Europa.

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