Yin und Yang – die Pole des Lebens
Gegensätze, die sich ergänzen
Yin und Yang – diese Begriffe sind auch hierzulande wohlbekannt. Was sich dahinter verbirgt, bleibt jedoch meist im Unklaren.
In den chinesischen Klassikern werden Yin und Yang als die zwei Qi bezeichnet. Damit sind allerdings nicht zwei voneinander getrennte Qi, sondern zwei Zustände des Einen gemeint.
Yin und Yang treten niemals getrennt voneinander auf. Sie ergänzen und bedingen einander in einem rhythmischen Wechsel. Keines der beiden ist wichtiger oder überlegen. In ihrem Wechselspiel zeigt sich die Weltordnung, zeitlich ebenso wie räumlich. Ohne das Wechselspiel von Yin und Yang gäbe es keine Wandlung im Universum und damit kein Leben.
Gemeinsam bilden Yin und Yang das TaiJi (auch Tai Chi oder Tai Ch’i geschrieben), das Symbol der “Zehntausend Dinge” des Dao De Jing (auch Tao Te King). Das Symbol ist hierzulande als “Yin-Yang-Zeichen” bekannt.
Yin wird durch den schwarzen Teil repräsentiert, Yang durch den weißen. Die zwei kleinen Punkte in jedem Bereich versinnbildlichen, dass jedes Yin stets einen Teil Yang enthält, und jedes Yang stets einen Teil Yin.
Im Feng Shui findet das Konzept von Yin und Yang bei der Gestaltung von Innenräumen und Außenanlagen Anwendung. Ein ausgewogenes Zusammenspiel von Yin- und Yang-Qi schafft ein harmonisches und kraftspendendes Umfeld.
Yin und Yang sind nicht direkt wahrnehmbar, offenbaren sich jedoch durch ihre Eigenschaften und Manifestationen:
Die Eigenschaften von Yin und Yang:
- Yin und Yang treten immer gemeinsam auf, niemals isoliert.
- Yin und Yang befinden sich in einem dauerhaften Zustand von Veränderung und Gleichgewicht.
- Yin und Yang sind nicht absolut, sondern nur in Relation zueinander zu verstehen.
- An der Spitze des Yin steigt Yang auf und Yin ab.
- An der Spitze des Yang steigt Yin auf und Yang ab.
- Yang und Yin erscheinen als dynamische Paare von Gegensätzen.
- Yang und Yin verstärken einander, Schicht um Schicht.
- Yang und Yin erschaffen zur Erde gehörende Dinge in sechs Stufen.
Beispiele für Manifestationen von Yin und Yang:
- hell (Yang)Â und dunkel (Yin)
- aufsteigend und absteigend
- flexibel und starr
- expansiv und zusammenziehend
- innovativ und traditionell
- kreativ und rezeptiv
- ausgebend und erhaltend
- weiß und schwarz
- männlich und weiblich

- hart und weich
- dynamisch und statisch
- positiv und negativ
- warm und kalt
- Berg und Tal

- Tag und Nacht
- Licht und Schatten
- Himmel und Erde etc., etc.
Literatur-Tipp:
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